Aus dem Nähkästchen geplaudert: „Die Gesundheit sitzt im Darm“

Darmgesundheit

Gerade ich, der „Gesundheitsfutzi“ (so nenne ich mich liebevoll selbst), dachte immer, dass ich alles gut im Griff habe und wenn nicht, weiß ich mir sicherlich zu helfen, irgendwie komm ich wieder auf die Beine. Ehrlich gesagt bin ich ein Mensch, der gerne mal auf den Putz haut und manchmal etwas über die Stränge schlägt. Sätze wie: „Besser glücklich als gesund leben“ kamen mir auch schon mal über die Lippen. Jeder von uns weiß jedoch, dass man seine Gesundheit braucht um glücklich(er) Leben zu können. Das war wohl lediglich der Versuch mein ungesundes Verhalten vor mir selbst zu rechtfertigen oder es war der große Bruder vom meinem inneren Schweinehund. Wie auch immer. Dazukommende diverse Umstände haben mich und mein Verhalten, dann doch irgendwann in die Knie gezwungen. Schlafprobleme, ständiges Unwohlsein, starke Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen, Schmerzen, Erschöpfungszustände, chronische Sinusitis, Magen-Darm-Probleme und zum Teil immer noch Hirnnebel waren die Symptome.

Das sind Symptome, die an vielen Orten zugange sind, daher ist es wichtig eine ganzheitliche Sichtweise zu verfolgen.

Heute möchte ich jedenfalls glücklich und gesund leben. Das ist nicht immer einfach, aber ich habe herausgefunden an welchen Stellschrauben ich drehen kann. Von diesen werde ich dir am Ende des Artikels noch berichten.

Hier an dieser Stelle, möchte ich erst einmal zum Ausdruck bringen, wie dankbar und froh ich darüber bin, dass meine Familie, mein Kind und ich in Deutschland geboren wurden und wir hier leben können. Ja, es gibt auch bei uns Dinge, die nicht gerecht sind und ja, wir haben ein soziales Ungleichgewicht, aber die deutsche „soziale Hängematte“, fängt, wenn auch nicht jeden, aber so einige auf. Auch ich fühle mich manchmal ungerecht behandelt, das erlebe ich immer wieder. Weil ich eine alleinerziehende, selbstständig arbeitende Frau mit Behinderung bin! Glaubt mir ich weiß welchen bürokratischen Irrsinn wir hier haben und mit welchen Hindernissen man immer wieder zu kämpfen hat. Aber das sind alles keine akut lebensbedrohlichen Probleme, eigentlich sind es wie man so schön sagt „Luxusprobleme“.

Nun aber zum Therma:

„Jeder ist sich seines Glückes Schmied“, ist wohl nicht immer so zutreffend. Denn nicht jeder Mensch hat die Mittel, um sein Glück zu schmieden mit in die Wiege gelegt bekommen (genetische Disposition/Polymorphismus). Es gibt Menschen, die sehr ungesund leben, die kontinuierlich Raubbau mit ihrem Körper betreiben, meist fit sind, mit wenig Schlaf auskommen und trotzdem selten krank werden. Dann wiederum welche, die sehr auf sich und ihre Gesundheit achten, aber irgendwie wenig Stress vertragen, viel Schlaf brauchen und trotzdem immer müde und oft krank sind. Das sind Extrembeispiele, aber dennoch gibt es sie. Die meisten Menschen befinden sich irgendwo in der Mitte dieser beiden Extremen.

 Maßgeblichen Einfluss auf unsere Gesundheit hat der moderne Lebensstil.  Wir leben, sozusagen, schon lange nicht mehr „ARTGERECHT“. Vor allem unsere Darmgesundheit wird dadurch stark belastet und diese ist an unserem Wohlbefinden nun mal beteiligt.

Ganz oben an erster Stelle, steht unsere Ernährung bzw. Essverhalten:

  • Clean Eating = Lebensmittel, die frisch, saisonal, regional ohne Zusatzstoffe und Pestizide sind – es gibt kaum noch Lebensmittel, die nicht belastet sind.
  • Regelmäßiges Essen ohne Ablenkung in guter Gesellschaft, genügend Zeit für eine Mahlzeit, langes Kauen, mit allen Sinnen ein Essen genießen (Achtsamkeit)
  • Genussmittel jeglicher Art im Überfluss (Alkohol, Tabak, Zucker usw.) – einfach zu viel des Guten

Stress, Schlafmangel und fehlende Bewegung (körperlich, geistig), haben ebenfalls einen großen gesundheitsschädlichen Effekt auf die Darmgesundheit (bzw. Darm-Mikrobiota – weiterführend auf das Immunsystem).

Umweltgifte in der Luft, Medikamente, Zahnfüllungen, Kosmetika, Mikroplastik, Lärm, E-smog, 5G sind allgegenwärtig, sie können die innere Körperbiochemie unserer Entgiftungsorgane überfordern.  Unser Entgiftungssystem braucht eine Unmenge an Mikronährstoffen (Mineralien, Spurenelemente, sekundäre Pflanzenstoffe, Vitamine, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren – Omega 3), um diese schädlichen Substanzen wieder loszuwerden. Außerdem wirken einige Substanzen schädlich auf das Hormonsystem. Auch unser Darm produziert, wenn eine Dysbiose (Ungleichgewicht) besteht toxische Stoffwechselendprodukte, die die Leber in ihrer Entgiftungskapazität überlastet. Es kann sogar eine nicht alkoholische Fettleber daraus entstehen. Diese und oben genannten Faktoren summieren sich zu einer geballten Ladung unberechenbarer Auslöser für zahlreiche Erkrankungen und Symptome. Die Zahl umweltbedingter Erkrankungen nimmt stetig zu.

Menschen, die nun „schlechte Entgifter“ sind, haben ein höheres Risiko chronische Krankheiten zu entwickeln. Aber da gibt es ja noch die Epigenetik, einfach gesagt: Man kann durch einen achtsamen Lebensstil und ein „artgerechtes“ Verhalten vieles abwenden.

Also fassen wir zusammen:

Ernährung, Stress, Schlaf, Umwelt, Medikamente (Antibiotika), Bewegung, toxische Beziehungen, genetisch schwache Entgiftungskapazitäten und bestehende Erkrankungen wirken sich negativ auf dein physisches und psychisches Wohlbefinden aus. Hier kommt nun auch die Darm-Mikrobiota (Darmflora) mit ins Spiel, denn diese wird durch unseren Lebensstil stark in Mitleidenschaft gezogen. Es kann zu einem Ungleichgewicht des Darmmilieus (Dysbiose) kommen. Diese kann wiederum fortschreitend zu einem Leaky Gut (löchriger Darm) führen, eine entzündliche Darmerkrankung und oder eine Dünndarmfehlbesiedlung auslösen.

Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Reizdarm, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung, Blähungen, Völlegefühl, vermehrtes Aufstoßen sind Symptome, die jeder dem Darm zuordnen würde. Doch es gibt auch recht unspezifische Symptome und Erkrankungen, die in einem Zusammenhang mit dem Darm stehen: Müde nach dem Essen, generelle Müdigkeit, Übelkeit, Migräne, Hauterkrankungen (Neurodermitis), nicht nachlassende Muskelverspannungen, Fibromyalgie, Gelenkschmerzen, Gewichtszunahme, Adipositas, Allergien, chronische Sinusitis, psychische und neurologische Erkrankungen, wie Depressionen, ADHS, Hashimoto, MS bis hin zu Krebs.

Dazu wird gerade viel geforscht, leider befinden wir uns noch relativ am Anfang, aber erfahrungsgemäß kann man vieles über die Darm-Mikrobiota verbessern. Denn Zusammenhänge wie die Darm-Hirn-Achse, Darm-Lungen-Ache und Darm-Haut-Achse kann man einfach nicht mehr leugnen.

An diesen Stellschrauben drehe ich, um mich „artgerechter“ zu verhalten:

  • 5 Tage, also meist unter der Woche, achte ich auf ausreichend Schlaf, Bewegung, eine ausgewogene cleane Ernährung mit allem was der Körper braucht (überwiegend pflanzliche Eiweiße, Ballaststoffe, komplexe Kohlenhydrate, qualitativ hochwertige Öle und Fette) quasi alles was eine hohe Nährstoffdichte hat und gutes Futter für meine Darm-Mikrobiota hergibt. Ich bin kein Frühstücker und esse meist erst gegen Mittag, sodass ich automatisch intervallfaste. (Cave: Intervallfasten ist nicht für jede/n geeignet)
  • Ich trinke überwiegend gefiltertes stilles Wasser, ca. 2 Liter über den Tag verteilt.
  • Versuche in diesen Tagen weitgehend auf Genussmittel zu verzichten, dazu gehören für mich neben einem Gläschen Wein, aber auch Käse, Brot, Wurst, Süßkram, Knabberzeugs.
  • Am Wochenende gibt es dann auch schon mal Fleisch in Bioqualität auf dem Teller. Außerdem gönne ich mir manchmal ein Eis, oder ein Stück Kuchen, vielleicht auch mal eine Pizza.
  • Wonach ich absolut süchtig bin, sind Kartoffelchips, oh je, aber auch diese genieße ich dann ab und an.
  • Ein gutes Stressmanagement ist auch von Vorteil, aber das ist wie so vieles sehr individuell. Ich mach immer mal wieder eine „Nur ich“ Zeit, das kann mal ein Vollbad in der Wanne sein, aber manchmal auch ein kompletter Tag, wo ich nur Dinge mache wozu ich Lust habe und diese probiere ich so achtsam wie möglich auszuführen.
  • Wenn ich abends nicht abschalten kann und die Gedanken kreisen, mache ich Atemübungen im Bett, die helfen beim Einschlafen, da die Atmung über den Vagusnerv beruhigend auf das vegetative Nervensystem wirkt (Parasympathikus). Probiere es mal aus: Achte darauf, dass deine Ausatmung länger ist als deine Einatmung z.B. 4sec. ein-u. 6 sec. ausatmen.
  • Präventiv nehme ich folgende Nahrungsergänzungen in regelmäßigen Abständen immer wieder ein: Vitamin D3 + K + A + E als Kombi Öl, Vitamin C, Magnesium, Omega 3, Vitamin B Komplex, Zink und Selen, manchmal auch Jod. Ich achte auf hochwertige und kontrolliert schadstoffgeprüfte Nahrungsergänzungsmittel. (Diese Ergänzungen sind auf mich abgestimmt und keine Empfehlung)
  • Wenn du gezielt ergänzen möchtest wäre eine Vollblutanalyse im Vorfeld sinnvoll. Auch eine gestörte Darm-Mikrobiota kann zu Nährstoffmangel führen (Resorptionsstörung). Dann kommt es auch drauf an, ob man präventiv oder therapeutisch Mikronährstoffe zuführt. Also bitte keine Hochdosen ohne einen Therapeuten oder Arzt.

Meine Ernährungs-Tipps für dich:

Schaue intensiver auf deine Ernährung und Essgewohnheiten, führe doch mal neugieriger Weise für 2 Wochen ein Ernährungs-Symptome-Tagebuch. Finde heraus was dir gut tut und nicht guttut.

Stelle deine Ernährung auf frische, saisonale, überwiegend regionale Lebensmittel um (in Bioqualität, diese sind weniger belastet). Nicht alle können sich Bioprodukte leisten, aber du kannst bei konventionell angebautem Gemüse und Obst den Pestizid-Gehalt verringern, indem du die die Lebensmittel in Wasser gelöstem Natron für ca. 10min einlegst und danach noch mal gründlich wäschst. Grundsätzlich solltest du egal ob Bio oder nicht Bio kurz vor dem Verzehr die Lebensmittel gründlich waschen. Auch das Arsen im Reis kannst du durch das Über-Nacht-Einweichen im Wasser dezimieren.

Wenn du bisher wenig ballaststoffreiche Kost gegessen hast, stelle langsam auf ballaststoffreichere Lebensmittel um. Listen von ballaststoffreichen und stärkehaltigen Nahrungsmitteln findest du im Internet. Achte unbedingt auf die Bekömmlichkeit, nicht jeder Darm verträgt viel Rohkost. Wenn Rohkost, Obst oder Salate (natürlich erlaubt und unbedingt in der Sommerzeit), dann eher nicht am Abend, sondern lieber mittags.

Achte auf ausreichend Eiweiße, vor allem, wenn du Vegetarier/Veganer bist. Pflanzliche Eiweiße sind gut und wertvoll und liefern in der „richtigen Kombination“ alle essenziellen Aminosäuren (das sind Eiweißbausteine, die dein Körper nicht selbst herstellen kann.) Aber meist haben Veganer ein erhöhtes Defizit an diesen wichtigen Bausteinchen. Gleiches gilt auch für Vitamin B 12. Bitte achte darauf und mache eventuell mal einen Bluttest.

Hochwertige Eiweiße stecken in tierischen Bioprodukten, wie Eier (alles drin), Fleisch, Fisch (Cave: Schwermetallbelastung im Hochseefisch) und Milchprodukten. Naturjoghurt, Biobuttermilch enthalten meist auch wertvolle Milchsäurebakterien.

Versuche nicht nur bei Verdauungsproblemen auf Fertigprodukte zu verzichten, denn diese enthaltenen künstlichen Zusatzstoffe, die deinen kleinen Mitbewohnern im Darm schaden, sondern übe regelmäßigen Verzicht solcher „Sterbemittel“😊.

Vermeide leere kohlenhydratreiche Nahrungsmittel, vor allem Produkte aus weißen Auszugmehlen (Typ405). Wir gehören zur Brotesser-Nation schlecht hin. Nirgendwo gibt es so eine Brotvielfalt, wie hierzulande. Mein Rat: Bevorzuge Brote, die auf der Basis von Natursauerteig hergestellt wurden. Es gibt aber auch schon großartige Brotalternativen, die wenig, bis gar keine Getreide beinhalten (eine tolle Sache für Menschen, die Gluten nicht vertagen). Esse hochwertige Vollkornprodukte aus Urgetreide (Kamut, Emmer usw.). Es gibt mittlerweile immer mehr Menschen, die auf glutenhaltige Produkte sensitiv reagieren. Gehörst du dazu? Dann probiere doch mal ein paar Tage auf Gluten zu verzichten.

Benutze gute Fette: Bio-Öle mit guten Fettsäuren – Leinöl, Olivenöl, Walnussöl (nicht stark erhitzen)

Butter ist ein ehrliches Lebensmittel und gehört für mich in Maßen auf den Tisch. Zum Anbraten empfehle ich die gute indische Ghee oder Kokosöl (gibt’s auch ohne Kokosgeschmack).

Höre in dich hinein, sei achtsamer mit dir und deiner Umwelt. Dein Körper weiß was zu tun ist, wenn du ihn etwas artgerechter behandelst.

Ich wünsche dir viel Erfolg!

Herzlichst eure Claudia

Aus dem Nähkästchen geplaudert – „Die Gesundheit sitzt im Darm“!

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